Streik-Update Flughafen Palma: Unbefristeter 24-Stunden-Dauerstreik bestätigt

Freitag, Mai 22nd, 2026

Aktualisiert: Samstag, 13. Juni 2026

Der laufende Arbeitskampf am Flughafen Palma de Mallorca (PMI), der am Montag, den 25. Mai, begann, hat eine kritische neue Phase erreicht. Das Betreuungsteam für Fluggäste mit eingeschränkter Mobilität (der sogenannte PMR-Service) hat mit überwältigender Mehrheit dafür gestimmt, den bisherigen Plan mit nur zeitweisen Arbeitsniederlegungen zu ändern. In einer Dringlichkeitsabstimmung lehnte die Belegschaft das jüngste Tarifangebot des Dienstleisters ADELTE ab. Als Konsequenz verabschieden sich die Beschäftigten von den phasenweisen Streiks der letzten Wochen und treten ab Mittwoch, 17. Juni 2026, in einen unbefristeten, durchgehenden 24-Stunden-Dauerstreik.

Am heutigen Vormittag versammelten sich rund sechzig dienstfreie Mitarbeiter und Gewerkschaftsvertreter am Flughafen Son Sant Joan zu einer angekündigten Demonstration unter dem Motto „Marea Amarilla“ (Gelbe Welle). Während des Protests, der zwischen 10:00 Uhr und 12:00 Uhr in den öffentlichen Bereichen des Terminals stattfand, beharrten die Beschäftigten auf ihren Forderungen. Sie bekräftigten offen ihre Absicht, ab Mittwoch einen unbefristeten Dauerstreik zu beginnen, und erklärten, den Konflikt bis zum Ende durchstehen zu wollen.

Der Übergangs-Streikfahrplan

Der Rahmen des Streiks wird sich in den kommenden Tagen erheblich verändern. Der Flughafen wird bis Mitte der Woche dem bereits etablierten Plan für Teilstreiks folgen, bevor das Modell des durchgehenden Rund-um-die-Uhr-Streiks in Kraft tritt.

Der Zeitplan für die nächsten Tage sieht wie folgt aus:

DatumStreik-StatusGenaue Streikzeiten
Heute (Samstag, 13. Juni)24-Stunden-StreikDen ganzen Tag aktiv (bis 23:59 Uhr)
Sonntag, 14. JuniTeilweise Arbeitsniederlegungen12:00 Uhr – 15:00 Uhr & 21:00 Uhr – 23:59 Uhr
Montag, 15. JuniTeilweise Arbeitsniederlegungen12:00 Uhr – 15:00 Uhr & 18:00 Uhr – 21:00 Uhr
Dienstag, 16. JuniTeilweise Arbeitsniederlegungen05:00 Uhr – 07:00 Uhr, 12:00 Uhr – 14:00 Uhr & 18:00 Uhr – 20:00 Uhr
Ab Mittwoch, 17. JuniUnbefristeter VollstreikDurchgehend 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche

Warum ist der Streik eskaliert?

Der Streit dreht sich um grundlegende Meinungsverschiedenheiten über die Personalstruktur und Arbeitszeiten. Von den 151 Beschäftigten, die an der jüngsten gewerkschaftlichen Abstimmung teilnahmen, stimmten 96 % für den Übergang zum Dauerstreik.

Nach Angaben des Betriebsrates legte das private Dienstleistungsunternehmen ADELTE ein Angebot vor, das schlechtere Bedingungen enthielt als die aktuellen Verträge. Bei der heutigen Demonstration hoben Gewerkschaftsvertreter mehrere dauerhafte Missstände hervor, die zu der aktuellen Sackgasse geführt haben:

  • Ständige Rufbereitschaft: Vertretern zufolge sind rund 70 % der 400 Betreuungskräfte am Flughafen Saisonarbeitskräfte mit Festanstellung (fijos discontinuos) auf Teilzeitbasis. Dennoch werden sie häufig aufgefordert, extrem kurzfristig zusätzliche Schichten zu übernehmen, was die Work-Life-Balance massiv beeinträchtigt.
  • Nicht vertraglich verankerte Arbeitsstunden: Die Belegschaft fordert, dass die tatsächlich regelmäßig geleisteten Arbeitsstunden dauerhaft in ihren Basisverträgen verankert werden. Dies betrifft etwa dreißig Angestellte, die im Vergleich zu ihren Verträgen durchweg deutlich längere Schichten gearbeitet haben.
  • Unstimmigkeiten über frühere Vereinbarungen: Der Ausschuss kritisierte das Management für seine spezielle Auslegung einer Schlichtungsvereinbarung, die im Mai 2025 vor dem Arbeitsgericht der Balearischen Inseln (TAMIB) unterzeichnet wurde. Das Management nutzt diese Interpretation nun, um die Rechtmäßigkeit der aktuellen Proteste infrage zu stellen.

Mindestbesetzung und betriebliche Absicherung

Um einen völligen Stillstand der Betreuungsdienste für mobilitätseingeschränkte Personen zu verhindern, setzt das spanische Verkehrsministerium weiterhin gesetzlich vorgeschriebene servicios mínimos (Mindestarbeitsleistungen) für den Flughafen durch.

  • Notfallschutz: Eine 100-prozentige Personalbesetzung bleibt für alle medizinischen Transporte, Notfälle und Flüge von hoher staatlicher Priorität gesetzlich vorgeschrieben.
  • Regulärer Betrieb: Ein verbindlicher Richtwert von 60 % des normalen Personals muss im Dienst bleiben, um internationale und regionale Linienflüge abzuwickeln. Dieser rechtliche Rahmen stellt sicher, dass die grundlegende Logistik für den Mobilitätsservice im Terminal auch während der aktiven Streikphasen aufrechterhalten wird.

Der Benachrichtigungsprozess für diese Pflichtschichten hat jedoch zu erheblichen Reibungen zwischen der Gewerkschaft und dem Arbeitgeber geführt. Der Ausschuss macht geltend, dass eine Reihe von Beschäftigten ihre verpflichtenden Schichtbenachrichtigungen gar nicht per SMS erhielten oder diese im Spam-Ordner ihres E-Mail-Postfachs fanden; in einigen Fällen erfolgte die Benachrichtigung erst wenige Stunden vor Schichtbeginn. Die Gewerkschaft protestierte gegen die daraufhin vom Unternehmen verschickten Abmahnungen und argumentierte, dass die Pflicht beim Arbeitgeber liege, eine zuverlässige Zustellung der Kommunikation zu garantieren.

Hinweise für Passagiere

Obwohl die 60-Prozent-Regelung für den Mindestdienst einen kompletten Stillstand im Terminal verhindern soll, bedeutet die Arbeit mit reduzierter Teamstärke, dass die Bearbeitungszeiten an den Schaltern des Mobilitätsservices länger als gewohnt ausfallen können.

  1. Stimmen Sie sich mit Ihrer Fluggesellschaft ab: Setzen Sie sich einige Tage vor Ihrem Abflug mit Ihrer Airline in Verbindung. Die Fluggesellschaften koordinieren die Betreuungsanfragen direkt und können Ihnen aktuelle Informationen zu den Zeitfenstern für Ankunft und Abflug geben.
  2. Planen Sie zusätzliche Zeit ein: Kalkulieren Sie ein großzügiges Zeitfenster für den Check-in und die Sicherheitskontrollen ein.
  3. Wichtige Dinge griffbereit halten: Stellen Sie sicher, dass Sie wichtige Medikamente, spezielle Pflegeutensilien oder Snacks im Handgepäck mitführen, falls zu längeren Wartezeiten kommt.

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