Freitag, Januar 9th, 2026
Der Betreuungsdienst für Personen mit eingeschränkter Mobilität (PMR) gehört zu den wichtigsten Serviceleistungen an einem internationalen Flughafen wie Palma de Mallorca. Täglich sind ältere Menschen, Reisende mit Behinderungen oder vorübergehenden Einschränkungen auf Unterstützung beim Ein- und Aussteigen, bei der Gepäckabholung oder beim Weg durch das Terminal angewiesen.
Doch genau dieser Dienst steht am Flughafen Palma seit längerer Zeit unter massivem Druck, mit spürbaren Folgen für Passagiere und Beschäftigte gleichermaßen.
Bereits im Frühjahr 2025 schlugen die Beschäftigten des PMR-Services Alarm. Damals wurde von einer „nicht mehr tragbaren“ Arbeitssituation berichtet: zu wenig Personal, veraltete und teilweise beschädigte Hilfsmittel wie Rollstühle sowie unklare Einsatzpläne. Schon zu diesem Zeitpunkt kam es zu überlangen Wartezeiten für hilfsbedürftige Passagiere.
Diese Warnungen blieben jedoch weitgehend ohne strukturelle Verbesserungen. Im Gegenteil: Die Situation hat sich im Laufe des Jahres 2025 weiter verschärft.
Aktuellen Berichten zufolge ist der Betreuungsdienst am Flughafen Palma inzwischen an einem kritischen Punkt angekommen. Ein Anstieg des Passagieraufkommens trifft auf eine geschrumpfte Belegschaft und unzureichende Ausstattung.
Besonders problematisch ist die Lage im Ankunftsbereich: Teilweise muss eine einzelne Betreuungskraft mehrere Passagiere gleichzeitig versorgen. Da Hilfeleistungen nur nacheinander erfolgen können, entstehen Wartezeiten von einer Stunde oder mehr. An einzelnen Tagen wurden dutzende Verzögerungen registriert.
Die angespannte Lage führte zuletzt sogar zu einem körperlichen Übergriff auf eine Mitarbeiterin durch eine überforderte Passagierin, ein Vorfall, der verdeutlicht, wie sehr sich Frust und Stress auf allen Seiten aufgestaut haben.
Der PMR-Service am Flughafen Palma wird von Adelte, einem externen Dienstleister, betrieben. Beschäftigte kritisieren, dass sowohl der Service-Betreiber als auch der Flughafenmanager Aena Verantwortung weiterreichen, statt nachhaltige Lösungen zu suchen.
Aus Sicht der Mitarbeiter fehlt es an:
Hinzu kommt, dass viele betroffene Passagiere, häufig ältere Menschen, aus Erschöpfung oder Unsicherheit auf formelle Beschwerden verzichten. Dadurch bleibt das tatsächliche Ausmaß der Probleme für Reisende oft unsichtbar.
Für Passagiere, die auf Unterstützung angewiesen sind, kann es aktuell zu deutlich längeren Wartezeiten kommen, insbesondere bei Ankünften und in verkehrsreichen Zeiten. Auch Begleitpersonen sollten mehr Zeit einplanen und Geduld mitbringen.
Empfehlenswert ist:
Der Betreuungsdienst für mobilitätseingeschränkte Personen ist kein optionales Extra, sondern ein zentraler Bestandteil eines barrierefreien Flughafens. Die Entwicklung der letzten Monate zeigt, dass strukturelle Lösungen dringend notwendig sind, um die Beschäftigten zu schützen und die Sicherheit und Würde der Reisenden zu gewährleisten.
Der Vertrag des derzeitigen PRM-Servicedienstleisters Adelte läuft dieses Jahr aus, wodurch sich die Zuständigkeit für die künftige Organisation des Dienstes ändern wird. Ob und wann sich die Lage am Flughafen Palma nachhaltig verbessert, bleibt abzuwarten.
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